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Im Rahmen der Themenstammtische lud die SPD Oberkotzau zur Veranstaltung "Gerechte Löhne für gute Arbeit" ein. Als Referentin konnte der Ortsvereinsvorsitzende Frank Bürger die Sprecherin der SPD Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales, Anette Kramme, recht herzlich begrüßen.
Die Diskussion und die Forderung nach Mindestlöhnen in allen Arbeitsbereichen, so die Abgeordnete, sei schon seit vielen Jahren ein Hauptanliegen der SPD, welches sie zusammen mit den Gewerkschaften stetig vorantreibe. Es sei in leider noch zu wenig Berufzweigen gelungen, gesetzliche Mindestlöhne festzulegen. Mindestlöhne, von denen sich auch eine Familie ernähren kann, zu deren Einkommen nicht noch zusätzliche staatliche Hilfen zum Leben notwendig werden.
Das Themenfeld sei vielschichtig, so Anette Kramme. Ein großes Problem seien die Minijobs, ohne Altersvorsorge und Vorsorge gegen Krankheit. Leiharbeit, welche eine Vorstufe zur Vollbeschäftigung werden sollte, ist so gut wie gescheitert. 800.000 Menschen befinden sich derzeit in Leiharbeit, je nach Bedarf saisonal angefordert und als Ersatz für Vollbeschäftigung vorübergehend eingesetzt.
Wer in befristeten Arbeitsverhältnissen beschäftigt sei, ist in aller Regel ein Niedriglohn-Sklave, über den der Betrieb je nach Bedarf verfügen könne. Mindestlöhne hier könnten diese Misere mindern.
Ein weiterer wichtiger Punkt in der sozialen Verantwortung des Staates sei die Wiedereinführung der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen. Mit Berufsvertretungen ausgehandelte Tarife und Leistungen würden dann ohne wenn und aber für alle in der Branche beschäftigten Arbeitnehmer gelten.
Einen sehr wichtigen Punkt, gerichtet an die Jugend in unserem Land, betonte die Referentin: Nur wer eine qualifizierte Ausbildung in einem Beruf hat, hat in der Arbeitswelt eine Chance. Die SPD Forderung nach einem Rechtsanspruch auf einen Ausbildungsplatz sei in der heutigen Zeit aktueller denn je. Die Schulabgänger müssen sich mehr denn je bewusst sein, dass im Augenblick lukrative Aushilfsjobs oft den Einstieg in die Dauerarbeitslosigkeit bedeuten.
"Mehr Ehrlichkeit am Arbeitsmarkt; die Teilhabe der Beschäftigten am Erfolg eines Unternehmens in Form leistungsgerechter Löhne ist eine dringende Forderung der Sozialdemokraten an alle Arbeitgeber", so Anette Kramme. Die Lebensleistung der Beschäftigten sei die Stütze und die Basis allen unternehmerischen Erfolges und diese Leistung werde leider aus Profitgier allzu oft mit Füßen getreten. Nur wer sich mit seinem Einkommen ein zufriedenes Leben leisten kann, identifiziert sich mit seinem Beruf, seiner täglichen Arbeit und: zufriedene Arbeitnehmer sind leistungsstark. Dies sollte den Unternehmern immer bewusst sein.
Die anschließende fast einstündige Diskussion mit der Referentin unterstrich deutlich, wie wichtig die Forderungen der SPD auch für die Menschen in unserer Region sind.
Bilder von Frank Bürger